die ersten Gedanken bezüglich der Größe sehen so aus:

 

   

 


 


zufällig wird in diesen Tagen                         ein Kirchendachstuhl bei mir
in der Nähe abgerissen und die Zimmerleute, die dies tun, hab ich für meine Idee begeistern können. Das Holz für das Grundgerippe ist also gesichert.
 Trockene Fichte oder Kiefer krieg ich in ausreichender Menge. Es könnte also ein gesegnetes, katholisches Katapult werden!

Der Bogen und der Löffel werden aber aus Esche gefertigt,
sonst fliegt mir das Ding vielleicht um die Ohren.

Bezüglich der Ballistik hab ich allerdings noch keinen richtigen Plan.
Aber ich arbeite daran und bin für jeden Tipp dankbar.

 

 


 

 

Die ersten Arbeitsschritte sind schon getan und so langsam
kann man auch erkennen, was es mal werden soll.

Die Besonderheit daran ist, dass ich für die Arbeiten nach Möglichkeit auf jede
Hilfe von Maschinen verzichten will. So verwende ich nur folgende Werkzeuge:

 

 

 


 

 


zudem lege ich wert auf ordentliche Holzverbindungen (Überplattung, sowie
Schlitz und Zapfen) , die ohne Leim,
 ohne Nägel oder Schrauben eine ausreichende Stabilität gewährleisten würden
(hab ich ja schließlich mal gelernt). Natürlich ist es zeitaufwendiger,
so zu arbeiten, macht aber auch mehr Spaß -  schon alleine das Hobeln der
sägerauen Balken:

 

 

 

 






inzwischen entstand ein Seitenteil des Grundgestells

 

 




 

und 4 Räder (hier nur eines fotografiert)

 

 


 

 


was macht man bei 37 Grad Außentemperatur? Klar, man
verzieht sich in die kühle Werkstatt und baut weiter. Als
erstes waren die Räder dran. Eingesetzte Verstärkungsleisten
und ein Laufring aus Stahl waren der nächste Arbeitsschritt.
Zum Schluss wurden die Achsen eingetrieben.

 

 

 


 


für die Achsen                                            verwendete ich Stahlrohr
mit 3mm Wandung, welches auf eine Stahlplatte mit 80mmx80mm
 geschweißt wurde, nachdem das Rohr durch ein in die Platte gebohrtes Loch
 gesteckt war. So kann man auf 2 Seiten schweißen, was eine bessere Haltbarkeit
gibt.
In die Verbindungshölzer für die beiden Seitenteile hab ich 12mm
Gewindestangen eingelassen, nachdem ich vorher auf
der nicht mehr sichtbaren Seite eine kleine Eisenplatte geschweißt habe.
Das Prinzip ist das Gleiche, wie bei den Steckachsen und soll in diesem Fall
verhindern, dass sich die Gewindestange drehen kann,
wenn man die Mutter festzieht.

 

 

 



 

zusammengebaut sieht das Grundgestell des Katapults jetzt
so aus:

 

 



 

na, Spanier? schon ein bisschen Angst?

 




der Querbalken,                         an dem später der Löffel
angebracht wird, ist nun auch montiert. Mit zusätzlichen
schrägen Holzverstrebungen gibt er der Konstruktion noch bessere Stabilität

 

 



 

hier ein Foto des Beschlages, an dem der Schußarm befestigt wird. Er ist teils handgeschmiedet und teils geschweißt.

 

   

 



 


die Befestigung erfolgt über selbst geschmiedete Bolzen.

 


 

was mir bis jetzt am                               meisten Kopfzerbrechen
gemacht hat, war das Bauteil, an dem später die Wurfarme befestigt werden
sollen. Der Bogen darf wahrscheinlich nicht gerade nach hinten gespannt werden, sondern eher schräg nach unten. Doch in welchem Winkel?
So kam ich zu folgender Idee. Ich nehme ein Eisenrohr,
etwa so breit wie das Gestell des Katapults und befestige dies
starr mit dem oberen Querbalken. An den Enden des Rohres
werden kürzere Rohrstücke, die vom Durchmesser genau hineinpassen,
 eingeführt. In diese kürzeren Rohre werden
die eigentlichen Wurfarme aus Eschenholz eingepresst und
fest damit verbunden.

 

 

 



So habe ich die Möglichkeit, die Arme zu bewegen und auf
diese Weise den richtigen Winkel zu finden. Ist dies geschehen,
 kann ich die entsprechende Einstellung durch Bohrungen und Bolzen durch
beide Rohre sichern. Zudem dürfte der Transport leichter sein, denn ich rechne
mit einer Gesamtbreite von
ca. 260 - 280cm.

 

 

 

 

 



 


In der Praxis sah es allerdings dann doch etwas anders aus.
Die aus Eschenholz gefertigten Wurfarme haben den benötigten Zug nicht
ausgehalten und sind immer wieder gebrochen. Die Variante mit einzelnen, nicht verleimten, sondern nur umwickelten Eschenleisten erschien zwar besser,
 jedoch machten diese Leisten beängstigende Geräuschebei Belastung und das Sicherheitsrisiko war mir zu hoch. Schließlich sind mir schon die ersten Leisten
um die Ohren geflogen. Was erst, wenn Besucher daneben stehen und
das passiert. Also aus Sicherheitsgründen weg vom Holz und
her mit Stahl !

 

 

 


 



Federstahl musste her, doch woher nehmen? Bei
Schrotthändlern sieht's da eher schlecht aus. Aber durch einen Freund bekam ich eineBlattfeder eines schwereren Anhängers. 60mm breit und ca. 6-7mm dick.
Die Blattfederwurde auseinander genommen und die ersten beiden Lagen bilden
nun die beiden Wurfarme. Das runde Rohr musste einem rechteckigen weichen,
welches in der Diagonale genau die benötigten 60mm hat. So brauchte ich die
Federn nur noch ablängen, einstecken und fertig.

 

 

 


 

Der ursprünglich gedachte und                            gebaute Wurfkorb hielt leider grade
 mal den ersten Probeschuss. Wohlgemerkt noch mit den Holzwurfarmen!
Er verformte sich, wie eine billige Konservendose.....

So entschied ich mich, das Geschoss wie bei einem Trebouche abzufeuern.
Der Vorteil daran ist, dass auf diese Weise zu der Kraft der Wurfarme noch
die Fliehkraft kommt.



 

 




 

hier ein paar Fotos der aktuellen Bauphase:

 

 



 

So am Rande sei bemerkt, dass bei den ersten Spannversuchen der Wurfarm
etwa 180 cm lang war.
Die Betonung liegt auf "war"! Die Kette, die den Arm hält, hat
sich gelöst (keine verschweißten Glieder) und er knallte ohne Polsterung
gegen das obere Querstück.

Der Arm ist gebrochen, als wäre er ein Streichholz !
 Die Zugkraft sollte also reichen....

Die Kette ist inzwischen getauscht, hat geschweißte Glieder
und hält mind. 300 Pfund.

 

 



 


Am letzten Septemberwochenende war es endlich soweit. Auf Burg Königstein
 waren wir zu einem internen Lager und dort
ist genügend Platz, um das Katapult zu testen. Auf diesen Augenblick hab ich
schon lange gewartet und wurde nicht enttäuscht.

Die Reichweite ist knapp 30 Meter und das
Geschoss ca. 1 Pfund.

 

 

 



 


 

Der Nachwuchs der Königsteiner Ritter interessierte sich
ebenfalls dafür und sie durften das "Spielzeug" auch gerne
mal bedienen. So hatte ich die Möglichkeit, mal einen
Schuss zu filmen. Leider nur mit einer Digicam, so dass
 die Bildqualität nicht besonders gut ist.

 

 

 



 

 

Da ich nun weiß, dass es funktioniert, geht es im Winter an
die Feinarbeiten, wie den Austausch der verwendeten
Schrauben und der Nägel durch Selbstgeschmiedete.

Ein ganz wichtiger Punkt war auch der Aufprallbock.
Der war eindeutig zu klein und durch einen entsprechend Großen
ist der Verschleiß an Wurfarmen enorm gefallen.
Inzwischen ist das Katapult endgültig fertig
 

 

 

 




 

bleibt nun abzuwarten, ob unser werter Lehnsherr es mich einsetzen läßt.